Intensiv_Heilpädagogische Intensivgruppe ISAAK

Intensiv
Intensivgruppe ISAAK

I   INDIVIDUELL
S   STRUKTURIERT
A   AKTIV
A   ANNEHMEND
K   KREATIV

Die Intensivgruppe ISAAK befindet sich in einem Wohnhaus auf dem Heimgelände in Dülmen, Lüdinghauser Str. 101.

Die großzügige Wohnstruktur des Hauses bietet Platz für sieben Einzelzimmer, Wohnzimmer, Küche, ein großes Spiel-/Kreativzimmer sowie entsprechende Sanitär- und Hauswirtschaftsräume.
Im Keller befinden sich ein Werkraum sowie ein Bewegungsraum. Das großzügige Spielgelände lädt zu vielerlei Aktivitäten im Outdoor-Bereich ein.

Dülmen ist verkehrstechnisch sehr günstig gelegen. Einmal per Auto über die A 43 und zum andern mit der Bahn, da Dülmen direkt an der Hauptstrecke der Bahnver-bindung Münster-Essen und Enschede/Dortmund liegt.

Das Mitarbeiterteam setzt sich zusammen aus fünf pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichen Schwerpunkten sowie einer Hauswirtschaftskraft. In die Intensivgruppe ISAAK werden Kinder und Jugendliche nach § 34 und 35a des SGB VIII aufgenommen.

Ziel der Intensivgruppe ISAAK ist, den Kindern durch den pädagogischen Alltag Beheimatung, Struktur, Atmosphäre und Akzeptanz erleben zu lassen. Dies soll der Boden für die Entwicklung eines Vertrauensverhältnisses zum Erwachsenen sein..
Aufgabe des pädagogischen Alltags ist, das Selbstwertgefühl zu stärken, emotionale Befindlichkeiten zu erleben, soziale Kompetenzen zu erlernen und Integration zu fördern.
Die Kinder/Jugendlichen werden entsprechend ihrem Alter zu weitest gehender Selbstständigkeit angeleitet. Kreativität wird durch situative und gezielte Freizeitaktivitäten geweckt und gefördert.


Adressaten:

In der koedukativen Intensivgruppe ISAAK werden 7 emotional und sozial beeinträchtigte Kinder und Jugendliche ab dem Grundschulalter mit entsprechenden Auffälligkeiten stationär aufgenommen.
Hierbei handelt es sich um Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Störungsbildern, Traumatisierungen und zum Teil solchen, welche von seelischer Behinderung bedroht sind.


Pädagogische Leitgedanken:

Intensive Konflikte
Dem Team ist bewusst, dass Kinder und Jugendliche mit entsprechenden Störungsbildern, Traumata und weiteren Vorerfahrungen entsprechende Konflikte erzeugen können, welche einen adäquaten Umgang mit verschiedenen Formen von Gewalt erfordern. Hierbei handelt es sich um Formen physischer, psychischer und sexueller Gewalt. Um nötige Entwicklungsschritte überhaupt gewährleisten zu können und eine Vertrauensbasis zu schaffen, wird ein Umgang mit gewalttätigem Verhalten bzw. dieser momentanen Realität, als unausweichlich erachtet. Die im Kontext dieser Realität entstehenden Auseinandersetzungen zwischen Kindern, Jugendlichen und pädagogischen Fachkräften, werden als Voraussetzung für Entwicklungsfortschritte und als Begleitsymptom einer wachsenden Beziehung wahrgenommen und angenommen. Hierbei liegt der Fokus vor allem darauf, den traumatisierten Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit zu bieten, korrigierende Erfahrungen zu erleben. Es wird davon ausgegangen, dass die Kinder und Jugendlichen ein Verhalten zeigen, welches sie zuvor als Überlebensstrategie, in wiederkehrenden Ohnmacht Situationen, generiert haben. Ein solches Verhalten, in Form intensiver Konflikte, benötigt entsprechenden Raum, um abgelegt oder durch sozial förderliches Verhalten ersetzt werden zu können. Dass die Kinder und Jugendlichen immer wieder Phasen der Stagnation benötigen, in denen Entwicklungsfortschritte nicht direkt sichtbar erscheinen, wird akzeptiert und ausgehalten.

Das pädagogische Handeln der Intensivgruppe ISAAK ist von einer grundsätzlichen, das Kind akzeptierenden Haltung geprägt. Hierbei tritt die Vorgeschichte der Kinder und Jugendlichen zunächst in den Hintergrund des pädagogischen Handelns, um einen neutralen Einstieg in Gruppe gewährleisten zu können. Die Gruppe selbst soll als soziales Lernfeld erlebt werden. Dabei besteht die Herausforderung darin, ein Erlernen zunehmender Sozialkompetenz zu ermöglichen. Das stetige Bemühen um eine tragfähige Beziehung und Vertrauensbasis zum Kind/Jugendlichen ist die Basis für ein emotionales Wohlbefinden, was eine Konfliktfähigkeit bzw. Selbstreflexion ermöglichen kann.Dies verlangt von jedem Mitarbeiter einen professionellen Umgang mit Nähe und Distanz sowie einen hohen Grad an Reflexionsvermögen.

Das Team der Intensivgruppe ISAAK versteht sich als multiprofessionelle Einheit, die aufgrund ihrer unterschiedlichen beruflichen Schwerpunkte und der Unterschiedlichkeit der Persönlichkeiten über ein breites Handlungsspektrum verschiedener pädagogischer Interventionen und Methoden verfügen, mit dessen Hilfe es den unterschiedlichen Kindern und Jugendlichen im alltäglichen Beisammensein einheitlich begegnet.

Der Ausdruck von Emotionen auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen methodischen Zugängen führt zu neuen Selbsterkenntnissen, die eingebettet in das Alltagsgeschehen eine Verbindung zwischen individueller Selbstwahrnehmung und Realität im Hier und Jetzt schaffen.
Hierbei steht der sozial akzeptierte Umgang mit den Spannungsfeldern, die die Lebensrealität birgt, im Vordergrund:

Individuum Gruppe
eigene Welt Realität
Freiheit Disziplin
Chaos Struktur
Anpassung Abgrenzung
Konfrontation Schutz
Regression Progression
Bewegung Bewegung

Gleichzeitig gilt es, diese Polaritäten im Alltag miteinander in Einklang zu bringen.

Ressourcenorientiertheit bedeutet für uns an den Fähigkeiten und Belastbarkeiten in emotionaler, sozialer und praktischer Hinsicht anzuknüpfen und das pädagogische Handeln fördernd darauf auszurichten. Sich gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen auf die Suche nach den eigenen Talenten zu machen, fördert die Beziehungsfähigkeit und lässt bislang unentdeckte Möglichkeiten und Fähigkeiten zu. Als Ziel einer solchen Haltung steht eine Steigerung des Kohärenzgefühls, des Selbstwertes und der Resilienz der Kinder und Jugendlichen. Unsere Ressourcenorientiertheit betrifft in keinem Fall ausschließlich Kinder und Jugendliche, sondern auch die Eltern bzw. nähere Bezugspersonen sowie die pädagogischen Fachkräfte selbst.


Elternarbeit

Die Rolle der Eltern, während des Hilfeprozesses ist von hoher Bedeutung. Durch ein Aufrechterhalten bestehender Bindungen zu den Eltern, soll den Kindern und Jugendlichen eine realistische Überprüfung, der bereits vorhandenen Beziehungen ermöglicht werden. Dies erscheint erst möglich, wenn die Kinder und Jugendlichen Zugang zu tragfähigen Beziehungen erhalten. Die Entwicklung dieser Beziehungen kann durch den Wechsel in ein anderes Lebensumfeld und den Umgang mit neuen Bezugspersonen gefördert werden.

Die pädagogischen Fachkräfte treten den Eltern als unterstützende Hilfe entgegen. Dies geschieht in Form von beratenden Tätigkeiten durch den Bezugserzieher des Kindes/Jugendlichen, durch Reflexion des Erziehungsprozesses zwischen Eltern und Kind/Jugendlichen (orientiert an deren Ressourcen) sowie das Vorbereiten und Reflektieren von Wochenendkontakten oder Belastungserprobungen.

In erster Linie ist das Ziel der Elternarbeit, die Eltern auf dem Hintergrund ihrer Ressourcen zu stabilisieren, um ausreichend für ihre Kinder sorgen zu können. Dies ist zunächst Voraussetzung dafür, die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken und nötige Klärungsprozesse zu initiieren. Für eine Rückführung in die Familie oder Klarheit über die weitere Perspektive des Kindes/Jugendlichen und dessen elterliche Beziehung zu schaffen, ist eine möglichst praxisorientierte Handlungsumsetzung im Alltag notwendig. Eine gelingende Elternarbeit setzt eine Zusammenarbeit aller Beteiligten (pädagogische Fachkräfte, die Herkunftsfamilie, das Kind/ der Jugendliche, Jugendamt …) voraus.

Die gesamte Elternarbeit wird als Prozess der Partizipation / Teilhabe, Erkenntnis, Neuerfahrung und auch als möglicher Neuanfang verstanden.


Pädagogische Angebote:

Die Angebote gliedern sich in individuelle Kleingruppen, Gesamtgruppen und gruppenübergreifende Aktivitäten.

Zu den regelmäßig stattfindenden Förderangeboten und Maßnahmen zählen:


  • individuell:
    • Einzelangebote im Kreativ-/Freizeit- und erlebnispädagogischen Bereich
    • schulische Förderung
    • Biografiearbeit
    • Verstärkerprogramme
    • Anleitung in lebenspraktischen Bereichen
    • Integrationsmaßnahmen
    • Entwicklung von Lösungsstrategien im emotionalen und sozialen Bereich
    • Beziehungsarbeit – Aufbau tragfähiger Beziehungen
    • Kontinuität und Stabilität im Tagesablauf

  • Kleingruppenarbeit:
    • Sportangebote innerhalb und außerhalb der Gruppe im Bewegungsraum oder in der gemieteten Turnhalle
    • Werk-, Bastel- und Reparaturprojekte im Werkraum
    • Interessengruppen / Kleingruppenarbeit z. B. Jungen-/Mädchenpädagogik, Bewegungsförderung
    • Erlebnispädagogik (Hochseilgarten, Wanderungen, Angeln, Zelten, Kanu-Touren)

  • Gesamtgruppe:
    • tägliche Abendreflexion
    • täglich stattfindende Freizeitangebote, insbesondere wöchentliche Sportangebote wie Schwimmen, Turnhallensport, Wanderungen, Radfahren
    • Gruppenurlaube
    • Gruppenfeste und -feiern
    • Elterntag
    • gemeinsame Mahlzeiten als soziale Zusammenkunft
    • Kinderteam
    • Aufklärungsrunde zum Thema Sexualität

  • gruppenübergreifend:
    • Erlebnispädagogische Angebote wie Angeln, Pferdepflege, Bogenschießen, Geocatching, Kanadier fahren, Fußballevents in Kooperation mit der Fußballfabrik Ingo Anderbrügge
    • Nutzung des heiminternen Hochseilgartens
    • Feste und Feiern im Jahreszyklus der Einrichtung
    • Großveranstaltungen der Gesamteinrichtung (Sommer- und Familienfest)
    • Anbindung an Vereine

Therapie:

Bei Bedarf und nach Absprache mit der Kinder- und Jugendlichenpsychiaterin, die ebenfalls Kinder- und Hausärztin der Gruppe ist, sind therapeutische Interventionen als auch Kontrolluntersuchungen bei Medikation möglich.
Im Regelfall wird auf externe Therapeuten zurückgegriffen. Interne qualifizierte Therapeuten stehen im Einzelfall zur Verfügung, z. B. im Rahmen der Familientherapie/ Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kinder- und Jugendpsychiatrien.


Schule:

Zur Integration „nicht beschulbarer” Kinder bietet die Kiwo Jugendhilfe gGmbH in Kooperation mit der Pestalozzischule das Schulmodell der Kiwo-Klassen an. Das Modell Kiwo-Klasse besteht mittlerweile aus 4 Lerngruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Es besteht eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Wohngruppe.

Schwerpunkte der Kiwo-Klasse sind:


  • Förderung und Motivation der Leistungsbereitschaft
  • Feststellung des Leistungsstandes
  • Umgang mit und Abbau von Verhaltensauffälligkeiten innerhalb eines kleinen, überschaubaren sozialen Gefüges
  • Entwicklung von Konfliktlösungsmöglichkeiten
  • Kontinuität und Verlässlichkeit in der Tagesstruktur der Kiwo-Klasse
  • erhöhtes personelles Angebot und damit auch Möglichkeit der individuellen Förderung
  • Reflexionsmöglichkeiten des emotionalen Befindens des Kindes
  • intensiver Austausch und dadurch gute Absprachemöglichkeit zwischen Lebensgruppe und Kiwo-Klasse

Berufliche Qualifikation und Fortbildung:

Alle Mitarbeiter verfügen über eine pädagogische Fach- oder Fachhochschulaus-bildung. Die Teilnahme an Teambesprechungen und Supervision ist für jeden Mitarbeiter verbindlich. Alle Mitarbeiter nehmen regelmäßig an hausinternen und externen Fortbildungen teil.


Aufnahmemodus:

Telefonische Anfrage:


  • Austausch von Kurzinformationen
  • Vereinbarung der Zusendung von Berichtsmaterialien
  • Nach intensiver Bearbeitung der Informationen und der Entscheidung einer grundsätzlichen Möglichkeit der Aufnahme wird ein Termin für ein Vor-stellungsgespräch vereinbart

Vorstellungsgespräch:


  • Erziehungsberechtigte, Kind/Jugendlicher, Jugendamt und evtl. weitere Verantwortliche
  • Konkrete Aufträge der EzB „Was soll sich verändern?”
  • Ergebnisse der Hilfeplanung
  • Überprüfung der Ziele in der Hilfeplanung
  • Klärung der Erwartungen der Beteiligten
  • Klärung der Zielvereinbarungen und damit einhergehende Aufträge
  • Information bzgl. des Lebensalltags der Gruppe

Nach dem Vorstellungsgespräch wird ein Zeitraum für die Entscheidungsfindung der Erziehungsberechtigten, des Jugendamtes sowie der Verantwortlichen der Intensivgruppe ISAAK vereinbart.
Nach positiver Entscheidung, Terminvereinbarung für den Aufnahmetag.


Ansprechpartner:


Andreas Völker, stellvertretender Leiter Andreas Völker
Diplom-Heilpädagoge
stellvertretender Leiter
pädagogischer Leiter
02594 9448-12   info@kiwo-jugendhilfe.de
Bereichsleitung:
Kiwo-Klasse
Heilpädagogische Intensivgruppe Spurwechsel (HIG)
Intensivgruppe ISAAK